Bereits sechs Jahre ist der BMW i3 am Markt. 2013 noch höchst innovativ, könnte der i3 kommendes Jahr ein wenig unter die Räder des Mitbewerbs kommen. 

Noch verkauft er sich gut, der BMW i3. Im Juli 2019 gelang BMW mit dem i3 dank 2.691 weltweiten Kundenauslieferungen ein zweistelliges Absatzwachstum (+12,6 Prozent). Einziger Wehrmutstropfen: Währenddessen ging der Gesamtabsatz der elektrifizierten Modelle der BMW Group auf 10 069 weltweit ausgelieferte vollelektrische und Plug-in-Hybrid Fahrzeuge um fünf Prozent zurück.

Spannend wird es 2020, wenn dann eine Vielzahl von Herstellern mindestens ein neues E-Mobil auf den Markt bringen. Dann wird sich zeigen, wie viel innovative Strahlkraft der BMW i3 noch zustande bringt. Zumindest rein optisch gibt es bislang kaum Abnutzungserscheinungen. Wenn man sich die Modellneuheiten des Mitwerbs ansieht, steht der kleine bayrische Elektriker nach wie vor ausgesprochen modern auf seinen großformatigen Asphaltschneidern, erinnert dabei noch immer eher an eine hippe Designstudie als ein schnödes Familienauto.

Es stellt sich halt die Frage: „Muss ein Elektroauto zwangsläufig futuristisch aussehen?

Die leichte Kohlefaser-Karosserie des BMW i3 nimmt der elektromobilen Adiposität zwar ihre Spitze, hat aber auch den Nachteil, sich eher unflexibel mit Design-Veränderungen zu vertragen.
Es ist also zu befürchten, dass die nicht wirklich alltagstauglichen hinten angeschlagenen Fondtüren nicht so schnell gegen herkömmliche ausgetauscht werden. Außerdem ist die Produktion nicht unaufwändig und dementsprechend kostspielig. Andere Hersteller tun sich da wesentlich leichter und stellen ihre Modelle gleich auf skalierbare Plattformen. VW setzt beispielsweise bei der ID.Familie den sogenannte „Modulare E-Antriebs Baukasten“ (MEB) ein. Auf dieser Plattform lässt sich so ziemlich alles flexibel spielen – vom ID.3 bis zum ID.Buggy. Und daneben gibt’s noch jede Menge Platz für E-Modelle von Seat, Skoda und Audi.

Ebenso flexibel verfährt der PSA Konzern. Dort werden eine Vielzahl von E-Mobilen mit einer Plattform versorgt – Peugeot e-208 und e-2008, Opel Corsa-e sowie der DS3 Crossback E-Tense scharren in den Startlöchern und sind auch schon bestellbar. Allen gemeinsam ist die Tatsache, dass sie erfrischend „analog“ aussehen – also keine eigenartigen Design-Experimente eingehen. Dies erhöht die Alltagstauglichkeit und sorgt für optische Langlebigkeit.

Kommen wir zur Technik. Man kann BMW nicht vorwerfen, den i3 vor allem Batterie-technisch nicht weiterentwickelt zu haben. Seit der Markteinführung wurde die Speicherkapazität seiner Hochvolt-Akkus immerhin verdoppelt.

Mit einer auf 120 Amperestunden (Ah) erhöhten Zellkapazität und einem Brutto-Energiegehalt von nunmehr 42,2 kWh verhilft eine neue Generation von Hochvoltbatterien dem BMW i3 seit Ende 2018 zu gesteigerter Reichweite. Im Alltagsbetrieb sollten jetzt 260 Kilometer drinnen sein. Wenn man sich jetzt die Ankündigungen der Konkurrenz für ihre kommendes Jahr erscheinenden E-Mobile ansieht ist dieser Wert nicht wirklich berauschend.

Die Hochvoltbatterien werden ebenso wie die Elektromotoren und die Leistungselektronik von BME entwickelt aber nach BMW-Spezifikationen gefertigt.

Die aktuelle Weiterentwicklung der Zelltechnologie ermöglicht es, mit der tief im Fahrzeugboden angeordneten Hochvoltbatterie, bei unveränderter Größe eine Kapazität von 120 Ah und einen Brutto-Energiegehalt von 42,2 kWh zu erzielen. Bei der Markteinführung des BMW i3 im Jahr 2013 betrugen diese Werte noch die Hälfte.

Dank des relativ geringen Gewichts bietet auch der i3 BMW-typische Dynamik. Er beschleunigt trotz des seines nur 170 PS starken Elektromotor in 7,3 Sekunden auf 100 km/h, der 184 PS starke BMW i3s bewältigt den Standardspurt in 6,9 Sekunden.

Der kombinierte Stromverbrauch des BMW i3 (120 Ah) liegt bei 13,1 kWh je 100 Kilometer; der BMW i3s (120 Ah) kommt auf 14,6 bis 14,0 kWh je 100 Kilometer. Die Effizienz des Elektromotors und die gesteigerte Batteriekapazität führen zu Reichweiten, die um fast 30 Prozent höher ausfallen als bei den Vorgängermodellen. Die Reichweite des BMW i3 (120 Ah) beläuft sich nach WLTP auf 285 bis 310 Kilometer. Für den BMW i3s (120 Ah) wurden Reichweiten von 270 bis 285 Kilometern nach WLTP ermittelt. Unter Alltagsbedingungen sollten bei beiden Modellen rund 260 Kilometer drinnen sein.

Das serienmäßige Ladekabel ist für den Anschluss an herkömmliche Haushaltssteckdosen konzipiert.

So kann die Batterie mit einer Ladeleistung von 2,4 kW in rund 15 Stunden auf 80 Prozent ihrer Gesamtkapazität aufgeladen werden. Beim Anschluss an die BMW i Wallbox ist dreiphasiges Schnellladen mit einer Leistung von 11 kW möglich. Damit beläuft sich die für das 80-prozentige Aufladen der kapazitätsstarken Hochvoltbatterie erforderliche Zeit auf 3,2 Stunden. Darüber hinaus ermöglichen Ladeelektronik und Hochvoltbatterie des BMW i3 auch eine Nutzung von mit Gleichstrom (DC) betriebenen Schnellladestationen. Dort wird eine Ladeleistung von 50 kW erreicht, sodass die Hochvoltspeicher bereits nach 42 Minuten wieder 80 Prozent ihrer Gesamtkapazität aufweisen.

Ob der BMW i3 nächstes Jahr mit seinen dann schon immerhin sieben Jahren am Buckel noch erfolgreich am Markt reüssieren wird, wird sich weisen. Fakt ist allerdings, dass der kleine BMW Stromer noch immer jede Menge innovative Strahlkraft aufweist. Alleine die leichtgewichtige Bauart seiner aufwändigen CFK-Karosserie hebt ihn schon jetzt aus der kommenden Masse der E-Automobile.