Neben den üblichen Verbrennermodellen bringt Peugeot sein Volumenmodell 208 auch Batterie-betrieben und punktet dabei mit bodenständigem ElectroFUN in einer ausgesprochen hübschen Hülle. 

Auch wenn der Peugeot e-208 derzeit im Rampenlicht steht – er ist nicht der erste (und auch nicht letzte) Elektriker der Franzosen. Gestartet wurde schon in den Neunzigern mit dem  durchaus erfolgreichen Peugeot106 Electrique, gefolgt vom Peugeot Ion und dem praktikablen Kleintransporter Partner Electric.

Und auch die nahe Zukunft birgt Elektrisches – das kleine Peugeot SUV e-2008 scharrt schon in den Startlöchern und wird Anfang 2020 gelauncht werden und auch interessante Plug-in-Hybride vom 3008 und 508 stehen kurz vor dem Marktstart. Der Plan ist, mittelfristig 50 Prozent der Fahrzeugpalette elektrifiziert an den Start zu bringen – und es scheint, als würde dieser Plan aufgehen. Peugeot hat jedenfalls vor, jeden zehnten 208er als E-Mobil unter die Leute zu bringen.

Die Zeichen stehen gut – die Nachfrage am Peugeot e-208 lässt sich sehen. Ob es sich hierbei um das Interesse sogenannter „Early Adopters“ handelt oder der Wagen nachhaltig ein Verkaufsschlager wird, lässt sich klarerweise noch nicht absehen. Jedenfalls wurde der österreichische Marktstart, wie bei E-Mobilen heutzutage üblich, gleich einmal um ein paar Monate auf März 2020 verschoben. Hauptgrund für die verzögerte Auslieferung ist ein vernünftiger: Nämlich die Aufrüstung auf dreiphasige Ladestecker.Das einphasige AC-Ladegerät (maximal 7,4 kW) wird es bei uns gleich gar nicht geben, der e-208 wird hierzulande immer mit einem 11-kW-Dreiphasen-Lader ausgeliefert.

Warum sich die Wartezeit auf den Peugeot e-208 durchaus lohnt, zeigt unsere Testfahrt in Portugal.
Zuerst einmal ist der neue Peugeot 208 – egal, welcher Motor unter der Haube steckt, ein bildhübsches Auto geworden. Deswegen sind wir auch froh, dass nur wenige Details den Elektriker von seinen Verbrenner-Brüdern unterscheidet – am auffälligsten sind da noch die „e“-Logos rundum und der etwas anders gestylte Kühlergrill. Ansonsten ist der e-208 knuffig und sportiv wie kaum ein zweiter Kleinwagen gewandet.

Auch der Innenraum des Peugeot e-208 entspricht in vielem dem der Verbrenner-Modelle. Modern gezeichnet und durchwegs digital, wenn man nicht die Einsteiger-Version gewählt hat. Während diese ein Cockpit mit klassischen Rundinstrumenten trägt, besitzen die höheren Ausstattungslinien Allure, GT-Line und GT ein 10-Zoll-Display mit wirklich beeindruckenden 3D-Effekten als digitales Kombiinstrument. Materialien und Verarbeitungsqualität machen in allen Varianten einen hochwertigen Eindruck.

Wie alle modernen Peugeots besitzt auch der e-208 das i-Cockpit – man blickt also über das kleine, tief sitzende Lenkrad auf das Kombiinstrument. Das funktioniert auch hier tadellos, es gibt kaum jemanden, der damit nicht zurecht kommt. Insgesamt ist das Ausstattungsniveau im e-208 sehr gut – so gibt es nahezu alle Assistenzsysteme, die Peugeot im großen 508 anbietet auch im kleinen Löwen.

Den Stellenwert des Peugeot e-208 erkennt man auch daran, dass er der einzige 208er ist, der auch in der sportlichen GT-Ausstattung geordert werden kann. Neben diversen sportiven Designelementen, ist dann auch sein Fahrwerk deutlich nachgeschärft – sprich die Spur zwei Zentimeter breiter und die Stoßdämpfer etwas härter ausgelegt. Neben dem knackigeren Fahrverhalten in Kurven geht damit aber auch der gute Federungskomfort der anderen Ausstattungslinien klarerweise ein wenig flöten. Sportliche Fahrer werden das verkraften.

Ob mit oder ohne GT-Fahrwerk, der e-208 lässt sich dank 100 kW starkem Elektromotor recht flott fahren. Dass dann allerdings auch die WLTP-Normreichweite von 340 Kilometern nicht realisierbar ist, liegt in der Natur der Sache. Bewegt man den e-208 nicht ganz so stürmisch, sollten um die 250 Kilometer realistisch sein.

Im Alltag legt der Peugeot im Normal-Modus mit reduzierten 80 kW los – die volle Leistung von 100 kW steht nur unter „Sport“ zur Verfügung. Im Eco-Modus sinkt die Leistung sogar auf 60 kW – hier wird dann auch die Leistung der Klimaanlage – eine Wärmepumpe ist im e-208 serienmäßig – reduziert. Dank des guten Drehmoments fällt die Leistungsreduzierung bei niedrigeren Geschwindigkeiten  – in der Stadt zum Beispiel – gar nicht so auf.

Muss der 46 kWh fassende Akku geladen werden, kann er mittels Schnellladung in 30 Minuten auf 80 Prozent gebracht werden. An einer 11 kW-Wallbox dauert der vollständige Ladevorgang rund fünf Stunden. Daheim an der Haushaltssteckdose werden dann über 24 Stunden daraus.

Schade ist, dass der Peugeot e-208 unter der Fronthaube keinen Platz für das Ladekabel bietet. Das liegt an der Tatsache, dass der Wagen auch gleichzeitig als herkömmlicher Verbrenner entwickelt wurde. Stattdessen findet man vorne nur eine Plastikabdeckung, die die Technik abdeckt. Das Kabel muss im eh schon nicht sehr großen Kofferraum transportiert werden.

Der Peugeot e-208 wird mindestens 31.900 Euro (Active) kosten. 33.100 Euro werden für den Allure fällig, der GT Line schlägt mit 35.200 Euro zu Buche. Wer es besonders sportlich mag, ordert den GT und legt dafür 37.300 Euro ab. Viel Geld. Peugeot legt jedoch die Gesamtnutzungskosten der Verbrenner- und Elektro-Version nebeneinander. Dabei liegen die beiden Varianten in der Active-Ausstattung pro Monat gleichauf, lediglich die Kosten verteilen sich anders. Ein interessanter Ansatz.

Während die Verbrenner-Varianten bereits im November bei den Händlern eintreffen, werden die ersten e-208 im März 2020 ausgeliefert. Wir freuen uns schon auf den Intensivtest.