Optisch erfrischend nahe an der Konzeptstudie Mission E präsentierte Porsche jetzt den neuen Taycan.

Der rein elektrisch angetriebene Sportwagen ordnet sich punktgenau zwischen dem 911er und Panamera ein. Das Karosseriedesign des Serienfahrzeugs orientiert sich stark an der 2015 vorgestellten Konzeptstudie Mission E. Anstelle der gegenläufigen Türen der Studie hat der fast fünf Meter lange Porsche Taycan jedoch konventionelle, mit einer klassischen B-Säule dazwischen. Bei der Gestaltung des Cockpits orientierten sich die Designer am Neunelfer, wenngleich beim Taycan ausschließlich moderne Digitalmonitoren zum Einsatz kommen. Ebenfalls neu ist das zentral angeordnete Powermeter, welches den herkömmlichen Drehzahlmesser ersetzt. Gelernte Porsche-Fahrer sollten sich aber auf Anhieb zurecht finden.

Angeboten wird der knapp 2,3 Tonnen schwere Taycan in den beiden Leistungsstufen Turbo und Turbo S. Einen Verbrennungsmotor, geschweige denn einen Turbolader findet man im Taycan natürlich nicht. Dafür aber einen serienmäßigen Allradantrieb und zwei leistungsstarke Synchronmotoren. Der Vorteil gegenüber Asynchron-Maschinen liegt in einer kompakteren Bauweise sowie einem höheren Wirkungsgrad. Eine Besonderheit betrifft die E-Maschine im Heck, die an der Hinterachse mit einem innovativen Zwei-Gang-Getriebe gekoppelt ist. Hierbei sorgt der sehr kurz übersetzte erste Gang für eine hohe Performance beim schnellen Anfahren, während die zweite lang übersetzte Stufe zur Effizienz zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit dient.

Die beiden Elektromotoren bringen es – sowohl im Turbo als auch im Turbo S – auf eine gleiche Leistung von 625 PS (460 kW). Über eine Overboost-Funktion lässt sich 2,5 Sekunden lang jedoch noch wesentlich mehr Power abrufen. Beim Taycan Turbo sind es 680 PS (500 kW), die Topversion Turbo S liefert sogar bis zu 761 PS (560 kW). Insgesamt steht ein gewaltiges Drehmoment von 1050 Newtonmeter bereit, beim Basismodell sind es immerhin noch 850 Nm. Damit sprintet der Taycan Turbo S innerhalb von 2,8 Sekunden auf 100 und – wenn es sein muss – in 9,8 Sekunden auf 200 km/h. Der „schwächere“ Turbo benötigt für die gleichen Disziplinen 3,2, beziehungsweise 10,6 Sekunden. Maximal erreichen beide Taycan eine Höchstgeschwindigkeit von jeweils 260 km/h.

Die maximale Reichweite nach WLTP-Norm soll beim Porsche Taycan Turbo bei bis zu 450 Kilometern liegen, beim Turbo S sind es 412 km.

Die Batterien sind flach im Fahrzeugboden untergebracht und halten den Schwerpunkt niedrig. Das 93,4 kWh starke Speicherdepot wiegt rund 600 Kilogramm. Der Taycan ist das erste Serienfahrzeug, das mit einer sehr hohen Systemspannung von 800 Volt arbeitet. Gegenüber der sonst üblichen 400 Volt-Technik bei Elektrofahrzeugen verkürzen sich die Ladezeiten dadurch erheblich. Die maximale Ladeleistung beträgt beim Taycan 270 kW. Dank seiner innovativen Technologie soll es möglich sein, ihn im Schnellladenetz in rund fünf Minuten mit Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite (nach WLTP) zu versorgen. Allerdings sind die ultraschnellen Ladesäulen mit einer Leistung von 150 kW oder mehr noch dünn gesät. Daher will Porsche zusammen mit vielen weiteren deutschen Herstellern sowie dem Stromversorger Ionity den Ausbau längs der europäischen Hauptverkehrsachsen rasch vorantreiben.

Wird der Taycan zuhause an einer elf kW leistenden Box vollgeladen, dauert der Vorgang zwischen sechs bis acht Stunden. Die 800-Volt-Technologie weist außer der Schnellladung weitere Vorteile auf. Sie ermöglicht eine hohe Dauer-Performance. Zudem kommt das Porsche-Package mit kleineren Kabeldurchschnitten aus und ist kompakter und leichter als andere bekannte Systeme.

Anfang 2020 kommt die viertürige Sportlimousine Taycan auf den Markt und läuft im Porsche-Stammwerk in Zuffenhausen vom Band. Ein Jahr später wird das Angebot erweitert. Dann startet mit dem Taycan Cross Turismo ein Shooting Brake. Dieser bietet in seinem Innenraum mehr Platz, hat statt den regulären vier dann fünf Sitzplätze und soll unter seinem kombiartigen Heck zudem mehr Gepäckraum verstauen.